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Was Ist Zu Regeln, Wenn Eine Nahestehende Person Verstirbt?

Was ist zu regeln, wenn eine nahestehende Person verstirbt?

Ist eine nahestehende Person verstorben, fallen in aller Regel wichtige Entscheidungen an. Zentrales Thema dieser Entscheidungen ist schnell die Bestattung. Nicht immer besteht Einigkeit, ob und wie die Bestattung durchgeführt werden soll, wer zu Verfügungen berechtigt und verpflichtet ist. In den nachfolgenden Artikeln möchte ich daher diese Fragen aufgreifen und beantworten.

Bestattungspflicht

In Deutschland unterliegen wir einer Bestattungspflicht. Leichen müssen zwingend bestattet werden. Dies stößt zum Teil auf heftige Kritik, da häufig der Wunsch besteht, eine Urne mit der Asche des Verstorbenen zu Hause aufzubewahren. Dies widerspricht dem Bestattungs- und Friedhofszwang. In den Niederlanden und in der Schweiz besteht ein derartiger Bestattungszwang dagegen nicht.

Bestattungspflichtiger

Die Bestattungspflicht wird durch landesrechtliche Bestattungsgesetze festgelegt. Der Erbe als solcher ist grundsätzlich nicht zur Bestattung verpflichtet. Dies ergibt sich daraus, dass die Bestattungspflicht kein vererbliches Recht, sondern Ausfluss des familienrechtlichen Verhältnisses zum Verstorbenen ist, das über den Tod hinaus besteht. In NRW sind gemäß § 8 Abs. 1 BestattG in erster Linie der Ehegatte/Lebenspartner, in zweiter Linie die volljährigen Kinder, dann Eltern, dann volljährige Geschwister, dann Großeltern und schließlich volljährige Enkelkinder bestattungspflichtig. Dem nichtehelichen Lebensgefährten obliegt in Nordrhein-Westfalen keine Bestattungspflicht.

Mit der Bestattungspflicht einhergehend ist nicht die Pflicht zur Kostentragung der Bestattung. Gemäß § 1968 BGB hat der Erbe die Kosten der Bestattung zu tragen. Die Bestattungspflicht beruht auf öffentlich-rechtliche Normen; die Zahlungspflicht auf zivilrechtlichen Grundlagen. Gestörte oder schwierige Familienverhältnisse ändern an der Bestattungspflicht nichts. Selbst wenn ein Scheidungsantrag bei Gericht rechtshängig ist, die Scheidung aber noch nicht ausgesprochen ist, bleibt der Ehepartner bestattungspflichtig. Daran ändert auch nichts, dass der Ehepartner in diesem Fall nicht mehr erbberechtigt ist. Die Ordnungsbehörde kann sich also an ihn wenden und ihn zur Bestattung auffordern.

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